| |
|
| regionales Netz |
| |
|
|
|
|
|
| Die Abruzzen, das grüne Herz Europas
Die Region Abruzzen liegt an der Adria und ihre Küste erstreckt
sich über eine Länge von 129 km vom Fluss Tronto im Norden
bis zum Fluss Trigno im Süden. Ein 10.947 km² großes
Gebiet erschließt sich von der Küste ins Landesinnere
und besteht größtenteils aus Bergland.
Es gibt keine echte Ebene in Küstennähe, während
einige im Landesinneren zu finden sind, wie z.B. die Ebene von
Fucino, die als künstlich betrachtet wird, da sie durch die
Trockenlegung des gleichnamigen Sees entstanden ist.
Während die Berge das Gesamtbild der Provinz Aquila charakterisieren,
sind es in der Provinz Chieti die Hügel; in der Provinz von
Pescara und Teramo wechseln sich Hügel und Berge ab.
| |
Auch
wenn die Hauptstadt der Abruzzen L'Aquila ist, so ist heute in
vielerlei Hinsicht Pescara, die bevölkerungsreichste Stadt
der Abruzzen, das wahre Verwaltungs- und Gewerbezentrum.
Pescara ist eine junge Stadt, die 1927 aus dem Zusammenschluss von Castelmare
Adriatico und Pescara entstanden ist. Durch den modernen Bahnhof, den Zivilflughafen
und den Yachthafen, der einer der größten an der Adria und einer der
wichtigsten im Mittelmeerraum ist, gewinnt es einen entschieden modernen Charakter.
Als Hinterland haben die Abruzzen eine Natur, die als die “grüne Region
Europas” bezeichnet wird –mit bezaubernden Nationalparks und Reservaten-
einer interessanten Geschichte, Kunstdenkmälern und gastronomischen Spezialitäten.
Im Landesinneren haben sich in den größeren Tälern Zentren entwickelt,
wie im Falle von L'Aquila, Sulmona und Avezzano.
Die Stadt Teramo
Schon zur Zeit der Römer war Teramo unter dem Namen Interamnia bekannt (
inter amnes urbs = Stadt zwischen den Flüssen). Während der Herrschaft
der Römer war Teramo sowie Kolonie als auch gleichzeitig Verwaltungssitz.
Unter dem Imperator Augustus und dann später unter Hadrian durchlebte Teramo
eine lange goldene Epoche, das bezeugen die Tempel und Thermen, das Theater und
Amphitheater sowie eine Reihe von Monumenten, die heute leider von der neuen
Stadt überdeckt worden sind.
Nach dieser langen und glücklichen Ära wurde die römische Stadt
410 vom Gotenkönig Alarich zerstört und es schloss sich eine Zeit der
Dekadenz an.
Später dann, unter der Herrschaft der Langobarden wurde sie dem Herzogtum
von Spoleto als Grafschaft angeschlossen. Sie lernte die Herrschaft der Normannen
und anschließend die des Hauses Anjou kennen bis sie Mitte des 14.ten Jhd.
dem Königreich von Neapel zugeteilt wurde.
Abgesehen von der österreichischen Besetzung während der spanischen
Erbfolgekriege (1701-1714) und der kurzen französischen Herrschaft im Jahre
1798 teilte Teramo das Schicksal des Königreiches Neapel bis zum Jahr 1860,
als die Vereinigung Italiens stattfand.
|
Heute
ist Teramo mit seinen kleinen und mittleren Industrien ein wichtiges
Gewerbe- und Agrarzentrum.
Dank seiner Lage, jeweils circa 20km vom Meer und von den Bergen entfernt, ist
es ein beliebtes Ziel für Touristen geworden: 50 km herrlicher goldener
Sandstrand, sauberes Wasser und ein Blick auf die schönen und stimmungsvollen
schneebedeckten Bergspitzen der Zentralapenninen.
Der Bauplan der einstigen römischen Stadt ist noch zum Teil anhand der parallel
verlaufenden engen Straßen zwischen der Kathedrale und der Porta Reale
im historischen Stadtzentrum wieder zu erkennen, wurde dann allerdings im Mittelalter überdeckt.
Hier sind auch die wichtigsten Monumente zu finden.
Die Kathedrale: Der Dom
|
Ein
bemerkenswertes Gebäude ist die „Basilica Cattedrale“,
erbaut im Jahre 1158, mit seiner typischen, mit Zinnen versetzten,
abruzzesischen Fassade, seinem Spitzgiebel-Portal aus dem 13.Jhd.
und dem Glockenturm, einem Werk von
Antonio da Lodi (15. Jhd.).
Das Innere der Kathedrale ist durch Säulen und Pfeiler in drei Schiffe unterteilt.
Unter den Kunstwerken befindet sich das einzigartige silberne Altarantependium,
ein Meisterwerk von Nicola da Guardiagrele, entstanden zwischen 1433 und 1448;
das Polyptychon di Sant'Agostino (15. Jhd.) ein Werk des Venezianers Jacobello
del Fiore und einige Überreste von Fresken aus dem 15. Jhd.
Das römische Theater
|
| Die
erhaltenen Reste des römischen Theaters werden auf ca.
30 v. Chr. datiert
und bedecken heute noch eine große Fläche des Stadtkerns.
Es hat einen Durchmesser von 78 m. Auf der Tribüne fanden ca. 3000 Zuschauer
Platz und sie stützte sich auf 20 Travertinsäulen, von denen aber heute
nur noch zwei erhalten sind.
Im Westen des Theaters befindet sich das Amphitheater aus dem XIII Jhd.
Die alte Kathedrale Sant'Anna
Im historischen Stadtkern befinden sich die Reste der sehr antiken Kathedrale
Sancta Maria Interamnis, heute mehr unter dem Namen Sant'Anna bekannt. Sie wurde
zu byzantinischer Zeit auf dem Fundament eines römischen Tempels erbaut,
dann im 12.Jhd. wiederhergestellt und von den Normannen 1155 niedergebrannt.
Von der antiken Kathedrale sind nur die romanischen Arkaden, das Presbyterium
und eine Trifore, ein dreibögiges Fenster auf zwei Mamorsäulen, erhalten.
Auf dem nahegelegenen Platz der Kirche Sant'Anna befindet sich die römische
Bastion aus dem 2. vorchristlichem Jhd., bekannt unter dem Namen „Torre
Bruciata“ (verbrannter Turm) und einige Jugendstil Palazzi. In unmittelbarer
Nähe trifft man auf eine ausgedehnte Siedlung aus römischer Zeit, die
heute wieder zum Vorschein gebracht wurde und bald auch im Rahmen des geplanten
archeologischen Rundganges dem Publikum zugänglich sein wird. Erst seit
kurzer Zeit ist für das Publikum auch Domus Leone geöffnet, ein antiker
Palast des 1. Jhd. v. Chr. mit einem überaus interessanten Mosaik in seinem
Innern und in unmittelbarer Nähe der Kirche Sant'Anna gelegen.
Weitere Sehenswürdigkeiten
Andere sehr schöne Sehenswürdigkeiten sind die Kirche von Sant'Antonio,
mit römischem Portal, 1227 nach der Legende von San Francesco D'Assisi erbaut
und im darauf folgenden Jahrhundert vergrößert. Das Kloster San Giovanni
mit einem schönen Kreuzgang, der Bischofspalast mit seinen Strukturen aus
dem 13. Jhd., die Loggia des Rathauses sowie die Kirche von San Domenico und
das Casa Capuani. Außerhalb der Stadtmauer befindet sich die Kirche der
Madonna delle Grazie aus dem Jahr 1153. Besonders interessant ist ihr Kreuzgang.
In ihrem Innern wird die wunderschöne Holzstatue der Jungfrau Maria aus
dem 15.Jhd. aufbewahrt.
|
|
| Il
Castello Della Monica
Hier handelt es sich um ein Anlage, die am Ende des 19.Jahrhunderts im Stil des
Mittelalters gebaut wurde; ein Schloß mit eigener Burganlage, Zinnen und
Fenstern, als Gesamtkunstwerk vom Maler Gennaro Della Monica konzepiert.
Das Astronomische Observatorium
Auf einem der die Stadt umgebenen Hügelt thront das Astronomische Observatorium.
Dort werden die, vom Gründer Vincenzo Cerulli 1917 selbst erstandenen Geräte
und Instrumente, aufbewahrt. Heute widmen sich die Techniker des Observatoriums
der stellaren Astrophysik. Zwei Initiativen sind aus der Zusammenarbeit zwischen
der Universität Teramo und dem Observatorium hervorgegangen; sie beziehen
sich auf zwei Master 1. Grades in Astrophysik und wissenschaftliche Kommunikation
und wissenschaftliche Verbreitung.
|
Die
Stadtumgebung
Das schönste im romanischem Stil erhaltene Bauwerk in der Provinz Teramo
ist Santa Maria di Ronzano in Castel Castagna, das den Einfluss der apulischen
Kunst dokumentiert. In seinem Presbyterium ist ein Zyklus von bemerkenswerten
Fresken erhalten.
Sehenswert ist ebenfalls die Kathedrale dell'Assunta von Atri, die neben ihren
romanischen Formen auch wunderschöne Fresken von Andrea de Litio zu bieten
hat.
Am Fuße des Gran Sasso, nicht weit entfernt von Isola, findet man den Santuario
di San Gabriele dell'Addolorata, der Beschützer der Jugendlichen und der
Schutzpatron der Abruzzen. Direkt neben der Klosterkirche ist 1970 ein hochmoderner
Kultort entstanden, der 10.000 Personen aufnehmen kann und jährlich über
2 Millionen Gläubige zählt. Dieses Zentrum ist auch der Bezugspunkt
für viele religiöse Iniziativen, so auch der internationalen zweijährlich
stattfindenen Messe für sakrale Kunst.
|
|